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Indikatoren/Forschung

Anteil von Gewässern mit dauerhaft bewachsenen Gewässerrandstreifen an Oberflächengewässern in Agrarlandschaften

Anteil von Gewässern mit dauerhaft bewachsenen Gewässerrandstreifen an Oberflächengewässern in Agrarlandschaften

Stand: 12.02.2020

Einleitung

Ziel des NAP ist es, mögliche Risiken und Auswirkungen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt, die mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbunden sein können, weiter zu reduzieren. Zur Darstellung der Risikoentwicklung im Bereich Gewässerschutz wird u.a. der Indikator „Anteil von Gewässern mit dauerhaft bewachsenen Gewässerrandstreifen an Oberflächengewässern in der Agrarlandschaft“ herangezogen, mit dem die Schaffung dauerhaft bewachsener Gewässerrandstreifen von mindestens 5 m Breite an allen Oberflächengewässern, insbesondere in Trinkwasserschutzgebieten, Naturschutzgebieten und in durch Hot-Spot-Analysen identifizierten Gebieten erfasst werden soll. Angestrebt wird, dass bis 2018 80% und bis 2023 100% der Oberflächengewässer in sensiblen Gebieten die beschriebenen Randstreifen aufweisen.

Beschreibung

Für den Indikator werden auf der Grundlage von topographischen Gewässerdaten des ATKIS Basis DLM und anonymisierten InVeKoS-Daten die Anteile der Gewässer berechnet, die einen bewachsenen Randstreifen von mindestens fünf Metern besitzen. Die Grundgesamtheit der Auswertungen bilden alle Gewässerabschnitte mit einer pflanzenschutzrelevanten Nutzung in bis zu 10 m Entfernung zur Böschungsoberkante.

Diagramm

Aussage

Gewässerrandstreifen dienen dem Erhalt und der Verbesserung der ökologischen Funktionen von Oberflächengewässern. Sie dienen als Puffer zur Verminderung von Stoffeinträgen aus angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzflächen. Der Indikator dokumentiert die Entwicklung der Nutzung des Gewässerumfeldes. Er gibt den Anteil an Uferlänge wieder, der einen Gewässerrandstreifen von fünf Metern zwischen Landwirtschaftsfläche und Gewässer aufweist. Im Jahr 2010 betrug der Anteil von Gewässern mit dauerhaft bewachsenen Gewässerrandstreifen an Oberflächengewässern in Agrarlandschaften 37,7 %. Dies entspricht einem Zielerreichungsgrad von 47% für den Zielwert 80% bis zum Jahr 2018. Für 2010 konnten aufgrund der Datenlage keine gewässerschonenden Maßnahmen auf der Anbaufläche (z.B. Agrarumweltmaßnahmen) berücksichtigt werden.

Die Einbeziehung dieser Informationen ist Schwerpunkt der Fortschreibung des Indikators mit Daten aus 2016. Bis dato wurden von 11 Flächenländern die erforderlichen Grundlagendaten bereitgestellt. Diese Länder umfassen mehr als 90% der Oberflächengewässer an Landwirtschaftsflächen. Die vorläufigen Ergebnisse aus Analysen für diese 11 Bundesländer für die Situation 2016 ergeben eine leichte Zunahme der Gewässer mit einer Randstreifenbreite von mind. 5 m Breite um 9,4% auf 47,1% im Vergleich zur Ausgangssituation 2010. Der Zielerreichungsgrad für das Jahr 2016 wird erst nach Abschluss der Berechnungen aller Bundesländer ermittelt.

Der Indikator wird gemäß der Hinweise aus dem Midterm-Workshop, der NAP-Arbeitsgruppe Pflanzenschutz und Gewässerschutz und einer Informationsveranstaltung zum Indikator überprüft und weiterentwickelt. Hierfür wurde als zusätzliche Kontextinformation die Uferlänge an weiteren Nutzungen, insbesondere Wald und Grünland ermittelt (vgl. Abb. 2). Diese Berechnungen erfolgten für die Ausgangssituation 2010 auf der Grundlage des Gewässernetzes des ATKIS-Basis DLM sowie Landnutzungen und Landbedeckungen nach Landbedeckungsmodell Deutschland (LBM-DE). Die Berechnungen erfolgten uferweise.