Springe zum Hauptinhalt der Seite

Indikatoren/Forschung

Pflanzenschutzmittel im Grundwasser (GW)

Pflanzenschutzmittel im Grundwasser (GW)

Stand: 06.02.2020

Einleitung

Ziel des NAP ist es, mögliche Risiken und Auswirkungen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt, die mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbunden sein können, weiter zu reduzie-ren. Zur Darstellung der Risikoentwicklung im Bereich des Gewässerschutzes wird u.a. der Indikator „Pflanzenschutzmittel im Grundwasser (GW)“ herangezogen. Angestrebt wird den Schwellenwert von 0,1 μg/l im Grundwasser (bezogen auf die Konzentration der Einzelwirkstoffe) für alle Pflanzen-schutzmittelwirkstoffe und relevanten Metabolite für neue Einträge nicht zu überschreiten.

Beschreibung

Pflanzenschutzmittel können sowohl durch bestimmungsgemäße und sachgerechte Anwendung als auch durch fehlerhafte, nicht sachgerechte Anwendungen und Unfälle ins Grundwasser eingetragen werden. Die Analysen der Länder zeigen, dass Pflanzenschutzmittelwirkstoffe und deren Metabolite im Grundwasser teilweise in Konzentrationen oberhalb des EU-weit geltenden Schwellenwertes von 0,1 μg/l auftreten.

Diagramm

Aussage

Mit dem Indikator wird die Belastungssituation des Grundwassers durch Pflanzenschutzmittel für sechs Zeiträume von 1990 bis 2016 dargestellt. An 14.461 Grundwassermessstellen wurden von 2013 bis 2016 bundesweit die Konzentrationen der Einzelsubstanzen (Pflanzenschutzmittelwirkstoffe und relevante Metabolite) bestimmt. Die Untersuchungen werden überwiegend von den Ländern und Was-serversorgern veranlasst. Verwendet werden Analysedaten von Grundwassermessstellen, die in der Regel oberflächennahes Grundwasser erschließen.

Im oben aufgeführten Diagramm ist der Anteil der Grundwassermessstellen, bei denen keine Ein-zelsubstanzen nachgewiesen wurden oder bei denen der Schwellenwert nicht überschritten wurde so-wie von Messstellen bei denen der Schwellenwert von 0,1 μg/l überschritten wurde, dargestellt.
Die zugrundeliegenden Daten des Indikators zeigen, dass der Anteil der Grundwassermessstellen, an denen keine Einzelsubstanzen nachgewiesen wurden oder bei denen der Schwellenwert nicht über-schritten wurde, von 90,3 % im Zeitraum 1990 bis 1995 auf 95,4 % im Zeitraum 2006 bis 2008 kontinu-ierlich angestiegen und bis 2012 auf diesem Stand geblieben ist. Im aktuellen Zeitraum 2013-2016 liegt der Anteil der Messstellen ohne Überschreitungen des Schwellenwertes bei 96,2 %. Das bedeutet umgekehrt auch, dass der Anteil der Grundwassermessstellen, an denen der Schwellenwert von 0,1 μg/l überschritten wurde, von 9,7 % im Zeitraum 1990 bis 1995 auf 4,6 % im Zeitraum 2006 bis 2008 kontinuierlich zurückgegangen und im Zeitraum von 2009 bis 2012 auf dem gleichen Wert verblieben ist. Im aktuellen Zeitraum 2013 bis 2016 ist der Wert auf 3,8 % weiter zurückgegangen.
Die Daten des Indikators stammen aus dem „Bericht zur Grundwasserbeschaffenheit – Pflanzen-schutzmittel – Berichtszeitraum 2013 bis 2016“, der von der Bund/Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) herausgegeben wurde. Im Bericht werden auch die möglichen Ursachen für den kontinuierli-chen Rückgang der Belastung des Grundwassers mit Pflanzenschutzmitteln genannt. Es wird zusam-menfassend dargestellt, dass Anwendungsverbote und –beschränkungen, die Beratung und Schulung der Anwender, der teilweise Verzicht auf den Pflanzenschutzmitteleinsatz und eine veränderte Landbe-wirtschaftung für eine verminderte Belastung verantwortlich sind.

Zusammenfassend hat sich die Belastung des Grundwassers durch Pflanzenschutzmittel seit 1990 kontinuierlich verringert. Für den Zeitraum von 2013 bis 2016 wurde ermittelt, dass bei 3,8 % der Grundwassermessstellen, der Schwellenwert von 0,1 μg/l überschritten wurde. Die Zielquote für diesen Indikator - keine Überschreitung des Grundwasserschwellenwertes - konnte somit für die erfassten Zeiträume nicht erreicht werden.

Weiterführende Informationen