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Indikatoren/Forschung

Quote der festgestellten Verstöße gegen das Pflanzenschutzrecht

Quote der festgestellten Verstöße gegen das Pflanzenschutzrecht

Stand: 14.02.2020

Einleitung

Ziel des NAP ist es, mögliche Risiken und Auswirkungen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt, die mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbunden sein können, weiter zu reduzie-ren. Zur Darstellung der Risikoentwicklung wird u.a. der Indikator „Quote der festgestellten Verstöße gegen das Pflanzenschutzrecht“ herangezogen, der angibt, in welchen Bereichen bei Kontrollen Ver-stöße festgestellt wurden.

Beschreibung

Als Maß für festgestellte Verstöße bei der Überwachung werden für ausgewählte Kontrollbereiche die Beanstandungsquoten in Prozent aus systematischen Kontrollen dargestellt. Diese Daten werden im Rahmen des Pflanzenschutzkontrollprogramms erfasst und berichtet. Dabei ist zu beachten, dass die Auswahl der Betriebe risikoorientiert erfolgt. Eine Verallgemeinerung der Ergebnisse ist daher nicht möglich.

Die Länder führen die Fachrechtskontrollen seit 2004 nach abgestimmten Methoden und jährlich auf-gestellten Kontrollplänen durch. Neben dem Standardprogramm werden regelmäßig bundesweite Kon-trollschwerpunkte vereinbart, wie beispielsweise die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Kern-obst, in Gemüse und Salat, in Zierpflanzen oder auf Nichtkulturlandflächen. Das Bundesamt für Ver-braucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unterstützt die Kontrollen durch Laboranalysen von Pflanzenschutzmitteln, die Erstellung und Veröffentlichung der Jahresberichte des Pflanzenschutz-Kontrollprogramms und andere Serviceleistungen.

Diagramm

Aussage

Für einzelne Kontrolltatbestände sind grafisch die Beanstandungsquoten aus den systematischen Kontrollen dargestellt. Damit wird angegeben, wie hoch der Prozentsatz der Verstöße gegen eine der bestehenden Pflanzenschutzvorschriften ist. Alle Beanstandungsquoten beziehen sich auf die Anzahl kontrollierter Betriebe.

Die zugrundeliegenden Daten stammen aus dem „Jahresbericht Pflanzenschutz-Kontrollprogramm 2018“.

Für den Handel wurden aus dem Bericht die folgenden Kontrolltatbestände ausgewählt und im Dia-gramm dargestellt:

  • Verkehrsfähigkeit von Pflanzenschutzmitteln,
  • Einhaltung des Selbstbedienungsverbots,
  • Sachkunde des Verkaufspersonals.

Für den Bereich der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind Daten zu folgenden Kontrolltatbe-ständen aufgeführt:

  • Einsatz nur geprüfter Geräte,
  • Sachkunde des Anwenders,
  • Einhaltung von Anwendungsgebieten und Anwendungsbestimmungen,
  • Dokumentation der Pflanzenschutzmittelanwendungen.

Die Daten des Indikators zeigen, dass das Anbieten von Pflanzenschutzmitteln, die nicht mehr ver-kehrsfähig sind, mit 34 % ein Hauptgrund für Beanstandungen in Handelsbetrieben war. Es wurden 1.776 Betriebe systematisch kontrolliert und dabei in 605 Betrieben Verstöße festgestellt. Bereits das Vorfinden eines einzigen Pflanzenschutzmittels im gesamten Sortiment, das nicht mehr verkauft wer-den darf, führt zu einer Beanstandung. Die Beanstandungsquote gibt somit keinen Aufschluss dar-über, wie hoch der Anteil nicht verkehrsfähiger Pflanzenschutzmittel im Sortiment ist.

Bei Anwendungs- und Betriebskontrollen in landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und gärtneri-schen Betrieben zeigen sich insgesamt niedrige Beanstandungsquoten hinsichtlich der im Gebrauch befindlichen Pflanzenschutzgeräte, der Sachkunde der Pflanzenschutzmittelanwender, der Einhaltung der Anwendungsgebiete und der Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen. Bei den Kon-trollen zur Einhaltung von Anwendungsbestimmungen wurden bei 6 % der kontrollierten Betriebe Be-anstandungen festgestellt.  

Neben den Kontrolltatbeständen, die sich aus der Überwachung der rechtlichen Vorschriften im Pflan-zenschutzbereich ergeben, werden im Jahresbericht die Ergebnisse von bundesweiten Schwerpunkt-kontrollen berichtet. Diese Kontrollen sind in der Regel ebenfalls fester Bestandteil in der Überwa-chungstätigkeit der Länder. Im Schwerpunkt erfolgt jedoch eine bundesweit abgestimmte Fokussie-rung auf bestimmte Anwendungen oder Anwendergruppen, eine detaillierte Darstellung der Ergebnisse und Ursachen für Verstöße und begleitende Aufklärungs- und Informationskampagnen. Im Jahr 2018 wurde wie im Vorjahr die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Beerenobst, Erdbeeren und Wein-trauben untersucht. Auf 6 % der systematisch kontrollierten Flächen erfolgt die Anwendung eines Pflanzenschutzmittels nicht gemäß den Zulassungs- oder Genehmigungsbedingungen bzw. war in der Kultur nicht zugelassen. In einem neuen Schwerpunkt wurde die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln durch Dienstleister (für die Landwirtschaft, Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus, Hausmeister-dienste und sonstige Dienstleister für Anwendungen auf Gleisanlagen) kontrolliert. Bei 31 % der kon-trollierten Betriebe wurden Mängel festgestellt.

Informationen zu weiteren Kontrollschwerpunkten, die in den letzten Jahren durchgeführt wurden, sind vorherigen Berichten des Pflanzenschutz-Kontrollprogramms zu entnehmen.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen stehen auf der Webseite des BVL zur Verfügung:

Internetseite des BVL "Pflanzenschutz-Kontrollprogramm"