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Indikatoren/Forschung

Quote der Überschreitung der Rückstandshöchstgehalte (RHG)

Quote der Überschreitung der Rückstandshöchstgehalte (RHG)

Stand: 28.01.2020

Einleitung

Ziel des NAP ist es, mögliche Risiken und Auswirkungen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt, die mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbunden sein können, weiter zu reduzie-ren. Zur Darstellung der Risikoentwicklung im Bereich des Verbraucherschutzes wird der Indikator „Quote der Überschreitung der Rückstandhöchstgehalte“ herangezogen, mit dem das Risiko ge-genüber dem Konsumenten erfasst werden soll. Angestrebt wird, die Quote der Überschreitungen der Rückstandshöchstgehalte von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln bezogen auf die Ergebnisse des repräsentativen Monitorings in allen Produktgruppen bei allen einheimischen und eingeführten Produkten bis zum Jahr 2021 auf unter 1 % zu senken.

Um einen direkten Bezug zum Verbraucherrisiko herstellen zu können, soll als Ergänzung des bisheri-gen Indikators zukünftig nicht nur die Quote der Überschreitungen der Rückstandshöchstgehalte aus-gewiesen werden, sondern auch die der Überschreitungen der akuten Referenzdosis (ARfD).

Beschreibung

Nationales Monitoring: Datenerhebung

Eine geeignete Datenbasis für die Ermittlung der prozentualen Rückstandshöchstgehaltsüber-schreitungen liefert das Monitoring gemäß der §§ 50-52 des Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuchs (LFGB). In diesem national koordinierten Monitoring werden Proben von Le-bensmitteln u. a. zur Untersuchung auf Pflanzenschutzmittelrückstände nach einem jährlich festgeleg-ten Probenahmeplan repräsentativ und unter Berücksichtigung biostatistischer Aspekte gezogen, mit dem Ziel die Verbraucherexposition zu ermitteln.

Nationales Monitoring: sechsjähriger Monitoringzyklus

Seit 2009 wird dabei für das Monitoring von Pflanzenschutzmittelrückständen ein überarbeitetes Kon-zept angewandt, bei dem der Umfang der beprobten Lebensmittel über 90 % des durchschnittlich zu erwartenden Verzehrs beträgt. Der Warenkorb wird in einem Zyklus von sechs Jahren auf Pflanzen-schutzmittelrückstände untersucht. Die Beprobung wird größtenteils innerhalb eines Dreijahrespro-gramms durchgeführt, für Lebensmittel mit einem geringen gesundheitlichen Risikopotenzial innerhalb eines sechsjährigen Zyklus.

Dieser Monitoringzyklus wurde in den Jahren 2009-2014 erstmalig durchlaufen, so dass eine erste Auswertung im Hinblick auf den NAP-Indikator „Quote der Überschreitung der Rückstandshöchstgeh-alte (RHG)“ erfolgen konnte. Der zweite Zyklus zur Untersuchung des gesamten Warenkorbes auf Pflanzenschutzmittelrückstände wird in den Jahren 2015-2020 durchgeführt. Im Anschluss hieran er-folgt die nächste Auswertung mit Blick auf den Indikator.

Aussage

Auswertung des ersten Monitoringzyklus

Im Untersuchungszeitraum vom 01.01.2009 bis zum 31.12.2014 wurden insgesamt 27.239 Monitoring-proben auf Pflanzenschutzmittel untersucht.

Von diesen stammten 12.742 Proben (46,8 %) aus Deutschland, 7.245 Proben (26,6 %) aus anderen EU-Mitgliedstaaten und 4.982 Proben (18,3 %) aus Drittländern. Für 2.270 Proben (8,3 %) ist die Her-kunft nicht bekannt.

In 577 (2,1 %) der Proben wurden Rückstände über dem Höchstgehalt nachgewiesen. Davon wurden 258 (0,9 %) Proben von der zuständigen Vollzugbehörde als nicht verkehrsfähig beanstandet (gesi-cherte Überschreitung der RHG).

Für die Gruppierung der Produkte wurden die zwei ersten Doubletten des Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 verwendet. Als Ergebnis resultieren insgesamt 44 Gruppen, für welche die Indikato-ren auf Basis der Monitoringdaten berechnet wurden.

Bei Erzeugnissen deutscher Herkunft lag die Quote der gesicherten RHG-Überschreitungen in 8 Gruppen über 1 %. Bezogen auf die Grundgesamtheit der 44 Gruppen sind damit in 18 % der Grup-pen die gesicherten Höchstgehalte überschritten. Dies entspricht einem Zielerreichungsgrad von 82 % hinsichtlich der Zielquote von weniger als 1 % Überschreitungen je Erzeugnisgruppe für Erzeugnisse aus Deutschland.
Bei den Erzeugnissen mit Herkunft aus anderen EU-Mitgliedstaaten lag in 10 Gruppen die Quote der gesicherten RHG-Überschreitungen über 1 %. Daraus ergibt sich ein Zielerreichungsgrad von 77 %.
Bei den Erzeugnissen mit Herkunft aus Drittstaaten lagen in 14 Gruppen mehr als 1 % gesicherte RHG-Überschreitungen vor. Dies entspricht einem Zielerreichungsgrad von 68 %.

Es gilt nun in den jeweiligen Gruppen mit einer hohen Quote von Überschreitungen den Ursachen hier-für nachzugehen sowie Maßnahmen zu ihrer zukünftigen Vermeidung zu ergreifen.

Zu dieser Auswertung können weitere Informationen insbesondere zur gesundheitlichen Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in dem gemeinsamen Bericht des BMEL, BVL und BfR unter http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Ernaehrung/Rueckstaende/Bericht_PSM-Rueckstaende_Exposition.html abgerufen werden.

Fazit

Das Ziel, die Quote der Überschreitung der RHG von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln aller Herkünfte auf unter 1 % in jeder Produktgruppe zu senken, wurde noch nicht erreicht. Für eine Zielerreichung bis zum Jahr 2021 sind daher weitere Anstrengungen notwendig.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Monitoring und zu Pflanzenschutzmittelrückständen in Lebensmitteln:

http://www.bvl.bund.de/monitoring
http://www.bvl.bund.de/nbpsm