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Indikatoren/Forschung

Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln

Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln

Stand: 15.01.2020

Einleitung

Ziel des NAP ist es, mögliche Risiken und Auswirkungen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt, die mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbunden sein können, weiter zu reduzieren. Zur Darstellung der Risikoentwicklung im Bereich Landwirtschaft wird u.a. der Indikator „Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln“ erhoben. Die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln, insbesondere für Anwendungen von geringfügigem Umfang, für den Vorratsschutz und zum Einsatz geeigneter Antiresistenzstrategien soll verbessert werden. Angestrebt wird, dass bis 2023 in 80 % aller relevanten Anwendungsgebiete Pflanzenschutzmittel aus mindestens drei Wirkstoffgruppen zur Verfügung stehen.

Beschreibung

Schadorganismen können Resistenzen gegenüber Pflanzenschutzmitteln entwickeln, wenn sie einem häufigen Selektionsdruck unterliegen. Selektionsdruck kann entstehen, wenn Pflanzenschutzmittel mit demselben Wirkmechanismus gegen Schadorganismen häufig angewendet werden. Mit geeigneten Antiresistenzstrategien sollen die Bildung und Ausbreitung solcher Resistenzen in der Praxis verhindert werden, um die betroffenen Schadorganismen nachhaltig bekämpfen zu können. Die Wirksamkeit chemischer Pflanzenschutzmittel soll damit langfristig gewährleistet werden.

Mit dem Indikator „Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln“ wird dargestellt, wie viele in Deutschland zugelassene Pflanzenschutzmittel mit unterschiedlichen Wirkmechanismen für die Anwendung für bestimmte Kulturen im Pflanzenschutz verfügbar sind. Zur Ermittlung des Indikators wird die Anzahl der zur Verfügung stehenden Wirkmechanismen für unterschiedliche Kulturen im Untersuchungszeitraum seit 2003 alle vier Jahre erhoben. Die aktuellste Auswertung liegt für das Jahr 2019 vor.

Diagramm

Aussage

In der Abbildung ist für unterschiedliche Wirkungsbereiche von Pflanzenschutzmitteln (Fungizide, Insektizide, Herbizide und Molluskizide) für bedeutende Kulturen des Ackerbaus die jeweilige Anzahl der unterschiedlichen Wirkmechanismen in einem Zeitintervall von jeweils vier Jahren beginnend mit dem Jahr 2003 dargestellt. Die Daten zeigen, dass die Anzahl der zur Verfügung stehenden Wirkmechanismen für die einzelnen Wirkungsbereiche und Kulturen durchaus unterschiedlich ist. Während für große Kulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste und Kartoffeln bei den Fungiziden mehr als zehn Wirkungsmechanismen zur Verfügung stehen, ist diese Zahl für weniger bedeutende Kulturen wie Sonnenblume, Senf oder Soja deutlich geringer. Unterschiede in den Wirkungsbereichen lassen sich ebenfalls erkennen: Für Insektizide ist die Zahl der vorhandenen Wirkmechanismen im Vergleich zu Fungiziden und Herbiziden am geringsten. Für Molluskizide steht in allen Kulturen die geringste Anzahl an Wirkmechanismen zur Verfügung. Für einzelne Kulturen, wie z. B. Kartoffeln oder Wintergerste ist bei einigen Wirkungsbereichen durchaus eine Zunahme der verfügbaren Wirkungsmechanismen im Zeitraum 2003 bis 2019 zu beobachten. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist allerdings zu beachten, dass die absolute Zahl der Wirkungsmechanismen für eine Kultur nur eine eingeschränkte Aussagekraft hat, ob die Kultur sich mit den vorhandenen Wirkmechanismen tatsächlich effektiv schützen lässt, da andere Faktoren wie Schadorganismen, Wartezeiten und Anwendungszeitpunkte einer Anwendung von Mitteln mit unterschiedlichen Wirkmechanismen unter Umständen entgegenstehen. Daher können trotz einer hohen Zahl an Wirkmechanismen durchaus Bekämpfungslücken für die einzelnen Kulturen bestehen.