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Integrierter Pflanzenschutz

Integrierter Pflanzenschutz

Integrierter Pflanzenschutz

Integrierter Pflanzenschutz

Aufgabe eines modernen Pflanzenschutzes ist es, Schäden an Nutzpflanzen durch Schaderreger, Unkräuter oder andere Einflussfaktoren zu verhindern oder zu mindern. Die dafür eingesetzten Verfahren dürfen jedoch kein Risiko für Mensch und Umwelt darstellen. Vielmehr sollen sie natürliche Regelmechanismen der Agrarökosysteme erhalten. Diese Aspekte verbindet der integrierte Pflanzenschutz (IPS).

Die Strategie des integrierten Pflanzenschutzes basiert auf einer aufeinander abgestimmte Nutzung aller verfügbaren vorbeugenden, nichtchemischen und chemischen Maßnahmen. Den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln gilt es dabei auf ein notwendiges Maß zu beschränken – ganz nach dem Motto “So viel wie nötig, so wenig wie möglich".

Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes

Der integrierte Pflanzenschutz ist seit 1987 als Leitbild des modernen Pflanzenschutzes im deutschen Pflanzenschutzgesetz verankert. Die Europäische Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie 2009/128/EG setzte im Jahr 2009 auch in der Europäischen Union den integrierten Pflanzenschutz als Maßstab des Handelns im Pflanzenschutz fest. Die im Anhang III der Richtlinie aufgeführten acht allgemeinen Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes sind seit 2014 für alle Anwender von Pflanzenschutzmitteln verbindlich. In Deutschland wurden diese Grundsätze mit der Novellierung des Pflanzenschutzgesetzes in 2012 als Bestandsteil der Guten fachlichen Praxis gemäß § 3 PflSchG verankert. Der Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmittel vom 10. April 2013 widmet sich in vielen Punkte der Umsetzung und Weiterentwicklung des integrierten Pflanzenschutzes.

Weiter zu den Allgemeinen Grundsätzen des integrierten Pflanzenschutzes

Kulturpflanzen- und sektorspezifische Leitlinien zum integrierten Pflanzenschutz (Leitlinien IPS)

Die Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes kann sich für verschiedene Kulturpflanzen oder in verschiedenen Sektoren wie beispielsweise dem Obstbau sehr unterschiedlich gestalten. Artikel 14 der Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie sieht deshalb vor, dass in den Mitgliedsstaaten kulturpflanzen- oder sektorspezifische Leitlinien des integrierten Pflanzenschutzes (Leitlinien IPS) erstellt werden. Diese sind spezifischer als die allgemeinen Grundsätze. Sie unterstützen den Entscheidungsprozess der Landwirte und Berater mit konkreten Angeboten für Maßnahmen. Die Leitlinien IPS stellen somit ein wichtiges Instrument für die dauerhafte Anwendung des integrierten Pflanzenschutzes dar. Im Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz wurde die Erarbeitung und Umsetzung der kulturpflanzen- oder sektorspezifischen Leitlinien als wichtige Zielvorgabe verankert.

Weitere Informationen zu den Leitlinien IPS

Werkzeuge des integrierten Pflanzenschutzes

Vorbeugende Maßnahmen bilden die Basis des integrierten Pflanzenschutzes. Diese unterstützen die Gesunderhaltung der Kulturpflanzen und senken das Befallsrisiko. In der Regel sind weitere Maßnahmen notwendig, um relevante Ertragsverluste durch Unkräuter, Krankheiten oder Schädlinge zu vermeiden. Hierbei können physikalische, biologische oder chemische Maßnahmen zur Anwendung kommen. Die Entscheidung über weitere Maßnahmen, insbesondere die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erfolgt anhand des Schadschwellenprinizips. Der Praxis und Beratung stehen hierzu verschiedene Entscheidungshilfen zur Verfügung.

Weitere Informationen zu den wichtigsten Werkzeugen des integrierten Pflanzenschutzes sind zu finden unter:

Entscheidungshilfen im integrierten Pflanzenschutz

Maßnahmen im integrierten Pflanzenschutz

Beratung zum integrierten Pflanzenschutz

Das Schlüsselelement für eine erfolgreiche Praxiseinführung integrierter Pflanzenschutzverfahren ist eine  intensive Beratung der Betriebe. Die Demonstrationsbetriebe werden über das übliche Maß hinaus betreut und beraten von den Pflanzenschutzdiensten der Länder sowie vom Julius Kühn-Institut (JKI). Eine intensive Beratung ist, ebenso wie eine nachgewiesene Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit, für die Anwendung von Verfahren zur Risikominderung im Pflanzenschutz (integrierter Pflanzenschutz und ökologischer Landbau) auf breiter Fläche entscheidend.

Pflanzenschutzberatung

Modellvorhaben "Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz"

Die Erprobung und Vermittlung neuer oder verbesserter integrierter Pflanzenschutzverfahren und ihre Einführung in die Praxis haben im Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz eine hohe Priorität. In diesem Kontext wurde von 2011 bis 2019 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Modellvorhaben "Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz" finanziert. Die Demonstrationsbetriebe führten anderen Landwirten, Beratern und der interessierten Öffentlichkeit die neuesten Erkenntnisse und Verfahren des integrierten Pflanzenschutzes in der Praxis vor.

Weiter Informationen zum Modellvorhaben „Demonstrationsbetriebe IPS"

Pflanzenschutz im ökologischen Landbau

Die Grundsätze für den integrierten Pflanzenschutz gelten auch im ökologischen Landbau und im Haus- und Kleingarten. Der Pflanzenschutz im ökologischen Landbau weist zusätzliche Besonderheiten auf, die über diese Grundsätze hinausgehen.

Weiter Informationen zum Pflanzenschutz im Ökologischen Landbau

Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten

Der Nationale Aktionsplan Pflanzenschutz berücksichtigt auch den Bereich Haus- und Kleingarten und hat hierzu spezielle Ziele und Maßnahmen festgelegt.

Weiter Informationen zum Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten