Springe zum Hauptinhalt der Seite

Integrierter Pflanzenschutz

Modellvorhaben Demonstrationsbetriebe

Modellvorhaben Demonstrationsbetriebe IPS

Eine wichtige Maßnahme im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) ist die Praxiseinführung neuer integrierter Pflanzenschutzverfahren.

Hierzu initiierte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Modellvorhaben "Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz". In diesem wurde von 2011 bis 2018 ein Netzwerk von Betrieben eingerichtet, das wichtige Produktionsrichtungen und repräsentative Regionen Deutschlands abbildete.

Das Vorhaben ist ein Beitrag zur Unterstützung der nationalen Umsetzung der Richtlinie 2009/128/EG über einen Aktionsrahmen der Gemeinschaft für die nachhaltige Verwendung von Pestiziden, die von den Mitgliedsstaaten der EU fordert, dass sie die erforderlichen Voraussetzungen für die Anwendung des integrierten Pflanzenschutzes schaffen.

Broschüre: Broschüre zum Modellvorhaben „Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz“
Dokumenttyp: PDF Dokumentgröße: 3 MB

Broschüre Beschreibung:

Die Broschüre fasst Erfahrungen und Ergebnisse aus acht Jahren des Modell- und Demonstrationsvorhabens zusammen.

Inhalt des Projektes

Demonstrationsbetriebe aus den Produktionsbereichen Ackerbau, Gemüsebau, Apfelanbau, Hopfenanbau und Weinbau setzen in verschiedenen Regionen Deutschlands integrierten Pflanzenschutz auf höchstem Niveau um und erprobten die Praxistauglichkeit neuer Erkenntnisse und Verfahren zum integrierten Pflanzenschutz. Ihre Erfahrungen teilten sie mit anderen Betrieben sowie der Öffentlichkeit.

Grundlage hierfür war eine besondere Betreuung und Beratung dieser Betriebe, die über das übliche Maß hinaus ging. Die Demonstrationsbetriebe wurden in Fragen des integrierten Pflanzenschutzes intensiv durch Fachleute der Pflanzenschutzdienste der Länder sowie des Julius Kühn-Instituts (JKI) betreut. Sie erhieten bedarfsgerecht aufbereitete Informationen und eine umfassende Unterstützung bei der Einführung neuer Verfahren.

Es wurden verschiede Formate wie Hoftage mit Vor-Ort-Demonstrationen genutzt, um andere Betriebe in der jeweiligen Region anzusprechen und diese zu motivieren, die neuen Verfahren zu übernehmen.

Projektverlauf

Das Modellvorhaben startete 2011 mit zunächst 27 Betrieben in den Produktionsrichtungen Weinbau und Apfelanbaubau sowie Ackerbau. Im Jahr 2014 begann die 2. Phase mit weiteren Betrieben und zusätzlichen Produktionsrichtungen (Feldgemüsebau und Hopfen). Insgesamt nahmen 67 Betriebe aus zehn Bundesländern am Projekt teil. Die Betriebe waren in der Regel über fünf Jahre im Projekt eingebunden, um unter Berücksichtigung der üblichen, jährlichen Schwankungen der landwirtschaftlichen Erzeugung die Erprobung neuer Verfahren zu ermöglichen und die Wirkung der unternommen Maßnahmen beobachten zu können. Nach Abschluss der praktischen Projektphasen in 2018 erfolgte die wissenschaftliche Auswertung der umfangreichen Daten durch das JKI. Die Ergebnisse dieser Auswertung legte das JKI 2020 mit dem Abschlussbericht vor.

Der Abschlusbericht sowie weitere Publikationen und Informationen zum Modellvorhaben können auf der Projekt-Webseite demo-ips.julius-kuehn.de abgerufen werden.

Verantwortlichkeiten im Projekt

Das JKI koordinierte den Gesamtverbund sowie die einzelnen Produktionsbereiche. Zusätzlich unterschützte es die Tätigkeit der Pflanzenschutzdienste der Länder, bei denen die Betriebsbetreuung angesiedelt war. Als Forschungseinrichtung übernahm dem JKI die betriebsübergreifende Auswertung, der Wissenstransfer und die Öffentlichkeitsarbeit für das Gesamtvorhaben. Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Die Pflanzenschutzdienste der Länder erstellten den individuellen Arbeitsplan für jeden Demonstrationsbetrieb und passen ihn – soweit notwendig – jährlich an. In Zusammenarbeit mit den Demonstrationsbetrieben initiierten Sie Maßnahmen zum Wissenstransfer, und zur Öffentlichkeitsarbeit wie Hofseminare oder Feldtage.

Die Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Programme im Pflanzenschutz (ZEPP) hat unter anderem die Pflanzenschutzdienste der Länder bei der betriebsspezifische Anwendung von Prognosemodellen unterstützt.

Workshop "Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz" in EU-Staaten am 24. und 25. Mai 2016 in Bonn

Auch andere EU-Mitgliedsstaaten haben Demonstrationsbetriebe eingerichtet, um den integrierten Pflanzenschutz in der Praxis umzusetzen.

Im Rahmen des EU-Workshops wurde ein Demonstrationsbetrieb in Mechernich besichtigt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern tauschten sich außerdem zur Einrichtung von Demonstrationsbetrieben in den EU-Staaten aus.

Zu dem Workshop am 24. und 25. Mai 2016 im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, in Bonn war Fachpublikum aus dem C-IPM-Netzwerk und aus dem Arbeitsbereich der EU- Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie eingeladen.

Weitere Informationen zum Workshop in englischer Sprache stehen auf der NAP-Webseite zum Download bereit.

EU-Workshop "Demonstrationsbetriebe Integrierter Pflanzenschutz"