Springe zum Hauptinhalt der Seite

Risikoreduzierung

Pflanzenschutz auf Nichtkulturland

Pflanzenschutz auf Nichtkulturland

Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Nichtkulturland (z.B. Wege und Plätze, Gleisanlagen, Industrieanlagen) ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Ausnahmen sind nur mit einer Genehmigung der zuständigen Landesbehörden möglich.

Verbot der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Nichtkulturland

L√∂wenzahn und Co sind auf Wegen oder sonstigen befestigten Fl√§chen h√§ufig unerw√ľnscht. Bei der Unkrautbek√§mpfung ist aber zu beachten, dass die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Nichtkulturland grunds√§tzlich verboten ist (¬ß12 Absatz 2 Pflanzenschutzgesetz). Als Nichtkulturland gelten alle befestigten Freilandfl√§chen und sonstigen Freilandfl√§chen, die weder landwirtschaftlich noch forstwirtschaftlich oder g√§rtnerisch genutzt werden.

Zum Nichtkulturland zählen beispielsweise:

  • Stra√üen, Wirtschafts- und Feldwege, einschlie√ülich der Wegr√§nder,
  • Gleisanlagen,
  • weitere befestigte Fl√§chen wie Hof- und Betriebsfl√§chen, Parkpl√§tze, Grundst√ľcks-, Garageneinfahrten, B√ľrgerstiege, Treppenanlagen,
  • Fl√§chen mit Pflanzenbest√§nden ohne landwirtschaftliche, g√§rtnerische oder forstwirtschaftliche Nutzung wie B√∂schungen, Feldraine oder Feldgeh√∂lze,
  • Fl√§chen unmittelbar an oder in oberirdischen Gew√§ssern und K√ľstengew√§ssern.

Das Verbot soll dazu beitragen, dass Pflanzenschutzmittel nur dann angewendet werden, wenn es wirklich erforderlich ist. Dar√ľber hinaus sollen Risiken unter anderem f√ľr Gew√§sser ausgeschlossen werden. So k√∂nnen auf befestigten Fl√§chen Pflanzenschutzmittel bei Regen leicht in die Kanalisation und in Oberfl√§chengew√§sser geschwemmt werden.

√úber M√∂glichkeiten und Verfahren der Bek√§mpfung unerw√ľnschter Pflanzen auf Nichtkulturland wird informiert und geforscht.

Die Einhaltung dieses Anwendungsverbots wird durch die Pflanzenschutzdienste der L√§nder im Rahmen des bundesweiten Pflanzenschutz-Kontrollprogramms √ľberwacht.

Alternativen zur Unkrautbekämpfung auf Nichtkulturland

Auf Fl√§chen des Nichtkulturlands ist eine Unkrautbek√§mpfung ohne Pflanzenschutzmittel m√∂glich. Es gibt sowohl mechanische als auch thermische Verfahren, um Unkr√§uter auf befestigten Fl√§chen zu entfernen. Bei mechanischen Verfahren werden die Unkr√§uter zum Beispiel durch den Einsatz von Kehrmaschinen, B√ľrsten oder Hochdruckreiniger zerst√∂rt und teilweise auch direkt ausgerissen. Eine thermische Unkrautbek√§mpfung bietet sich auf wassergebundenen Wegen und auf Splitt- oder Kiesfl√§chen an. Bei dieser Bek√§mpfungsmethode werden beispielsweise mit einem Abflammger√§t die Unkrautpflanzen nachhaltig zerst√∂rt.

Ausnahmegenehmigung f√ľr die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Nichtkulturland

Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Nichtkulturland ist nur mit einer Ausnahmegenehmigung zulässig. Diese Genehmigung wird durch die zuständigen Behörden der Länder erteilt. Im Falle von Flächen der Deutschen Bahn ist das Eisenbahnbundesamt zuständig.

Ausnahmegenehmigungen können nur erteilt werden, wenn

  • der angestrebte Zweck vordringlich ist und mit zumutbarem Aufwand auf andere Weise nicht erzielt werden kann und
  • √ľberwiegend √∂ffentliche Interessen, insbesondere des Schutzes von Mensch und Tier oder des Naturhaushaltes, einer Anwendung nicht entgegenstehen.

Die Pflanzenschutzdienste der L√§nder haben einheitliche Kriterien f√ľr die Genehmigung von Antr√§gen auf Ausnahmegenehmigung zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln gem√§√ü ¬ß 12 Absatz 2 Pflanzenschutzgesetz festgelegt.

Leitlinie der Länder (pdf-Datei)

Hinweis

Weitere Ausk√ľnfte zum Genehmigungsverfahren erteilen die Pflanzenschutzdienste der L√§nder:

Kontakt zu den Pflanzenschutzdiensten der Länder