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├ťber den Aktionsplan

L├╝ckenindikation

L├╝ckenindikationen im Pflanzenschutz

L├╝ckenindikationen im Pflanzenschutz sind Anwendungsgebiete von geringf├╝gigem Umfang bzw. geringer gesamtwirtschaftlicher Bedeutung, f├╝r die keine oder keine ausreichenden und praktikablen Bek├Ąmpfungsverfahren existieren oder f├╝r die die zugelassenen Pflanzenschutzmittel keine oder keine ausreichende Probleml├Âsung gew├Ąhrleisten. Ma├čnahmen im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz sollen dazu beitragen, diese Situation zu verbessern.

Hintergrund

Seit 2012 ist der integrierte Pflanzenschutz gesetzlich vorgeschrieben. Er basiert auf der situationsbezogenen Kontrolle von Schadorganismen bei gleichzeitiger Verhinderung der Resistenzbildung gegen├╝ber Pflanzenschutzmitteln und ist nur m├Âglich, wenn das Spektrum der verf├╝gbaren Pflanzenschutzma├čnahmen ÔÇô ganz gleich ob chemisch oder nichtchemisch ÔÇô ausreichende Wahlm├Âglichkeiten l├Ąsst, um auf die gegebene Situation angemessen reagieren zu k├Ânnen.

In Kulturen mit gro├čem Anbauumfang bzw. f├╝r die Kontrolle regelm├Ą├čig auftretender, bek├Ąmpfungsw├╝rdiger Schadorganismen sind in der Regel gen├╝gend Pflanzenschutzverfahren verf├╝gbar. 

Besonders h├Ąufig finden sich solche L├╝ckenindikationen in gartenbaulichen Kulturen und im Bereich des Vorratsschutzes. Aber auch im Weinbau, Forst und in einigen ackerbaulichen Kulturen sind L├╝ckenindikationen von Bedeutung. Hier ist die Durchf├╝hrung des integrierten Pflanzenschutzes und auch des Pflanzenschutzes im ├Âkologischen Landbau nur eingeschr├Ąnkt m├Âglich bzw. es stehen keine ausreichenden Bek├Ąmpfungsm├Âglichkeiten f├╝r die wichtigsten Schadorganismen zur Verf├╝gung.

Bund-L├Ąnder-Programm zum Schlie├čen von Indikationsl├╝cken im Pflanzenschutz

Das "Bund-L├Ąnder-Programm zum Schlie├čen von Indikationsl├╝cken im Pflanzenschutz" wurde am 1. August 2014 beschlossen. Vor dem Hintergrund der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz ist der Zweck dieses Bund-L├Ąnder-Programms, die Zusammenarbeit von Bund und L├Ąndern im Bereich der L├╝ckenindikationen zu st├Ąrken.

Zukunftsf├Ąhige Infrastrukturen und effiziente Verfahren sollen dazu beitragen, den Ressourceneinsatz von Bund und L├Ąndern zu optimieren und damit die Verf├╝gbarkeit integrierter Pflanzenschutzverfahren f├╝r die betroffenen Kulturen kurz-, mittel- und langfristig zu sichern.

Mit dem Beschluss des "Bund-L├Ąnder-Programms zum Schlie├čen von Indikationsl├╝cken im Pflanzenschutz" wurde die Bund-L├Ąnder-Arbeitsgruppe L├╝ckenindikationen (BLAG-L├ťCK) gegr├╝ndet. Sie diskutiert Fragen der L├╝ckenindikationen, erarbeitet L├Âsungen und gibt Empfehlungen. In der BLAG-L├ťCK werden die gemeinsamen Aktivit├Ąten der L├Ąnder inhaltlich vorbereitet, koordiniert und vereinbart. Die BLAG-L├ťCK arbeitet mit Bundes- und Landesbeh├Ârden, der vom BMEL eingerichteten "Arbeitsgruppe L├╝ckenindikationen" und mit anderen Institutionen zusammen.

Weitere Informationen

Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Thema "L├╝ckenindikationen"

Das Bundesministerium f├╝r Ern├Ąhrung und Landwirtschaft (BMEL) f├Ârdert seit September 2013 ├╝ber den Projekttr├Ąger Bundesanstalt f├╝r Landwirtschaft und Ern├Ąhrung (pt-ble) das Verbundvorhaben "Verbesserung der Verf├╝gbarkeit von Pflanzenschutzmitteln f├╝r kleine Kulturen in Gartenbau und Landwirtschaft". Initiiert wurde das Vorhaben vom Deutschen Bauernverband e.V. (DBV) und dem Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG). Wissenschaftliche Expertise liefert das Julius K├╝hn-Institut (JKI).

Das Modellvorhaben unterst├╝tzt die Zielerreichung des Nationalen Aktionsplans in Bezug auf die geringf├╝gigen Anwendungen.

Ziel des Modell- und Demonstrationsvorhabens ist es, Verfahrenswege zum Schlie├čen von Pflanzenschutzl├╝cken vor dem Hintergrund des neuen EU-Zulassungsrechts zu erarbeiten. Es sollen Bek├Ąmpfungsstrategien dargestellt und L├Âsungsans├Ątze aufgezeigt werden. Das Modellvorhaben soll die deutschen Arbeiten zum Schlie├čen von L├╝cken besonders durch Recherchen und Kooperationen im europ├Ąischen und internationalen Raum unterst├╝tzen.

Diese werden dann in die "Bund-L├Ąnder-Arbeitsgruppe L├╝ckenindikationen" sowie in die ÔÇ×Commodity Expert Groups Minor Uses der EUÔÇť kommuniziert. Die Ergebnisse werden ├╝ber den Informationsdienst "hortigate" und die europ├Ąische Datenbank EUMUDA ver├Âffentlicht.

Informationen zum Vorhaben werden der ├ľffentlichkeit auf einer eigens zum Projekt gestalteten Internetseite verf├╝gbar gemacht:

Verbundvorhaben "L├╝ckenindikationen"

Der Verbund besteht aus zwei Teilprojekten:

1. Recherchen & Datentransfer (F├Ârderkennzeichen: 2810MD005)

Laufzeit: 01.08.2013 ÔÇô 31.07.2020

Projektnehmer: ZVG in Zusammenarbeit mit DBV

Schwerpunkte der Arbeiten sind:

a) die Recherche und Aufbereitung vorhandener L├Âsungen in den EU-Mitgliedstaaten und weltweit zu L├╝ckenindikationen in Ackerbau, Gem├╝sebau, Zierpflanzenbau, Baumschulen und Obstbau. Die Arbeiten werden an der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen durchgef├╝hrt.

b) Erarbeitung von Verfahren f├╝r Kommunikation und Datentransfer zwischen Praxis, Verb├Ąnden, Industrie und EU-Gremien. Durchgef├╝hrt werden die Arbeiten im Dienstleistungszentrum L├Ąndlicher Raum Rheinpfalz.

2. Forschung (F├Ârderkennzeichen: 2810MD006)

Laufzeit: 01.10.2013 ÔÇô 31.12.2017

Das JKI ist Projektleiter und Projektnehmer. Das JKI untersucht neueste Ergebnisse der weltweiten Forschung auf ihre Eignung zur Schlie├čung von Bek├Ąmpfungsl├╝cken im Pflanzenschutz. Der Fokus liegt auf nichtchemischen Methoden und Mitteln.

Poster zum Projekt (pdf-Datei)

Koordination der Arbeiten zu L├╝ckenindikationen auf europ├Ąischer Ebene

Die EU-Koordinationsstelle f├╝r "Minor uses" begleitet, unterst├╝tzt und koordiniert die Arbeiten der EU-Mitgliedstaaten zum Schlie├čen von L├╝ckenindikationen. Dabei arbeitet sie eng mit den entsprechenden Stellen in den Mitgliedstaaten und der Europ├Ąischen Kommission zusammen. Die Koordinationsstelle ist bei der European and Mediterranean Plant Protection Organization (EPPO) in Paris angesiedelt und wird gemeinsam von der Europ├Ąischen Kommission und von den Regierungen Deutschlands, Frankreichs und den Niederlanden finanziert.

Website Minor Uses

Website EPPO