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Risikoreduzierung

Schutz von aquatischen Organismen

Schutz von aquatischen Organismen

Der Schutz von Gewässern ist ein wichtiger Themenbereich des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz.

Ausgangslage im Bereich Gewässerschutz

Gew√§sser sind Lebensadern der Landschaft. Durch sie und den Wasserkreislauf insgesamt wird nicht nur Wasser f√ľr die landwirtschaftliche Produktion und Trinkwasser f√ľr den Menschen bereitgestellt, sondern auch eine Vielzahl √∂kologischer Dienstleistungen. Pflanzenschutzmittel k√∂nnen durch Eintr√§ge in Gew√§sser unerw√ľnschte Wirkungen auf den Naturhaushalt haben; sie sind in Gew√§ssern nachweisbar. √úberschreitungen von Grenzwerten und Umweltqualit√§tsnormen in Grund- und Oberfl√§chengew√§ssern werden festgestellt.

Die Ursache von Eintr√§gen von Pflanzenschutzmitteln in das Grund- und Oberfl√§chengew√§sser liegt oft in nicht bestimmungsgem√§√üen und nicht sachgerechten Anwendungen, zum Beispiel auf befestigten Fl√§chen au√üerhalb der landwirtschaftlichen Fl√§che. Ursachen k√∂nnen auch unsachgem√§√üe Spritzenreinigungen und dadurch Eintr√§ge in Gew√§sser und Kl√§ranlagen sein (Punkteintr√§ge). Ein Teil der Belastung von Gew√§ssern mit Pflanzenschutzmitteln k√∂nnte darauf zur√ľckzuf√ľhren sein, dass bestehende Regelungen und Empfehlungen zur sachgerechten Restentleerung und Reinigung der Pflanzenschutzger√§te noch nicht hinreichend beachtet werden. Weitere wichtige Eintragspfade sind diffuse Eintr√§ge aus landwirtschaftlichen Fl√§chen durch Abdrift, Abschwemmung nach Niederschlagsereignissen oder √ľber Drainagen.

Gewässerschutz im Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz

Im Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz wurden verschiedene Ma√ünahmen f√ľr den Bereich Gew√§sserschutz festgelegt. Grunds√§tzliches Ziel ist es, einen Eintrag von Pflanzenschutzmitteln in Gew√§ssern zu vermeiden. Eine Ma√ünahme zur Verminderung von Stoffeintr√§gen in Oberfl√§chengew√§sser sind bewachsene Gew√§sserrandstreifen, Pufferstreifen und Ma√ünahmen zur Vermeidung von Abschwemmung von der Fl√§che z. B. durch Mulchsaat und Direktsaat.

Um die Risikominderung im Bereich Gew√§sserschutz auszubauen, sind gezielte Ma√ünahmen zu entwickeln, um Gew√§ssern vor Pflanzenschutzmitteleintr√§gen zu sch√ľtzen. Zu diesen Ma√ünahmen geh√∂ren vorbeugende Ma√ünahmen, Ma√ünahmen zum Hot-Spot-Management sowie generell Ma√ünahmen zur Vermeidung oder Verminderung von Abdrift und Abschwemmung bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Die standortangepasste Beratung der Landwirte spielt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle. Um m√∂gliche Belastungen zu identifizieren und entsprechende Ma√ünahmen zielgenau abzuleiten, werden √ľber Monitoringdaten Erkenntnisse √ľber die tats√§chliche Situation gewonnen.

Der Fortschritt im Gew√§sserschutz wird mit Hilfe eines umfassenden Satzes von Indikatoren, Datengrundlagen und Interpretationshilfen √ľberpr√ľft.

Zu den Indikatoren

Risikoreduzierung durch Pflanzenschutztechnik

Durch die Verwendung abdriftmindernder Pflanzenschutzger√§te wird eine Risikominderung bei Pflanzenschutzmittelanwendungen erreicht. So kann beispielsweise die Verwendung von abdriftmindernden D√ľsen unter Beachtung der richtigen Kombination von Fahrgeschwindigkeit, Wasseraufwand und Druck die Abdrift auf Nicht-Zielfl√§chen deutlich reduzieren. Auch die Ausstattung von Pflanzenschutzger√§ten mit Frischwassertanks zur Reinigung der Ger√§te auf dem Feld kann zur Risikominderung beitragen. Es wird eine Steigerung der Verwendung von abdriftmindernden Pflanzenschutzger√§te angestrebt.

Weitere Informationen zu Pflanzenschutzgeräten

Arbeitsgruppe ‚ÄěPflanzenschutz und Gew√§sserschutz‚Äú des Forum NAP

Eine st√§ndige Arbeitsgruppe ‚ÄěPflanzenschutz und Gew√§sserschutz‚Äú des Forum NAP, an der Expertinnen und Experten der zust√§ndigen Beh√∂rden des Bundes und der L√§nder (u.a. Vertreter der Pflanzenschutzdienste und der Wasserwirtschaftsverwaltung) sowie betroffener Kreise teilnehmen, analysiert neue Erkenntnisse und erarbeitet Vorschl√§ge f√ľr eine gezielte und sachgerechte Verbesserung des Schutzes von Gew√§ssern vor Pflanzenschutzmitteleintr√§gen.

Weitere Informationen

Rechtliche Regelungen

Das Pflanzenschutzrecht ber√ľcksichtigt die Belange des Gew√§sser- und Trinkwasserschutzes bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Zum Beispiel sind im Rahmen der guten fachlichen Praxis im Pflanzenschutz generell Vorkehrungen zu treffen, um beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln Eintr√§ge in Gew√§sser oder das Grundwasser zu vermeiden. Weiterhin k√∂nnen im Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln Auflagen und Anwendungsbestimmungen zum Schutz der aquatischen Umwelt und der Trinkwasserversorgung erteilt werden. Diese k√∂nnen unter anderem Vorgaben zu Gew√§sserabst√§nden oder zur eingesetzten Pflanzenschutztechnik betreffen.

Dar√ľber hinaus sind auch die Vorgaben des Wasserrechts, insbesondere des Wasserhaushaltsges (WHG), zu beachten. In den Wassergesetzen der Bundesl√§nder k√∂nnen generelle Abst√§nde zu Gew√§ssern bei der Anwendung von Pflanzenschutz- oder D√ľngemitteln vorgesehen sein. Auch m√∂gliche Beschr√§nkungen oder Verbote f√ľr bestimmte Pflanzenschutzmittel in Trinkwasserschutzgebieten sind zu ber√ľcksichtigen.

Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der Europ√§ischen Union ist im Dezember 2000 in Kraft getreten. Das wichtigste Ziel der Richtlinie ist eine europaweite Verbesserung der Qualit√§t der Oberfl√§chengew√§sser und des Grundwassers. Es soll der gute √∂kologische und der gute chemische Zustand der Gew√§sser und des Grundwassers erreicht werden. In Umsetzung der WRRL werden R√ľckst√§nde von bestimmten Pflanzenschutzmitteln in Oberfl√§chengew√§ssern √ľberwacht, um eine Beurteilung der Belastungssituation in den Grundwasserk√∂rpern und der Oberfl√§chengew√§sser durchzuf√ľhren.

Hinweis

Die Kontrolle und Beratung zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln liegt bei den Pflanzenschutzdiensten der Länder.

Kontakt zu den Pflanzenschutzdiensten der Länder