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Risikoreduzierung

Schutz von Bienen und anderen BestÀuber

Schutz von Bienen und anderen BestÀubern

Der Schutz von Insekten, besonders Bienen und anderen BlĂŒtenbestĂ€ubern, hat eine große Bedeutung mit Blick auf die Erhaltung der BiodiversitĂ€t.  Der Nationale Aktionsplan Pflanzenschutz berĂŒcksichtigt im Bereich „Biologische Vielfalt“ Ziele und Maßnahmen, die auch zu einer weiteren Risikoreduzierung fĂŒr blĂŒtenbestĂ€ubenden Insekten bei der Anwendung von Pflanzenschutzmittel beitragen.

Bienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge und andere Insekten haben als BestĂ€uber von Wild- und Kulturpflanzen eine wichtige Funktion in Agrarökosystemen. Sie leisten damit auch einen unverzichtbaren Beitrag zum Ertrag wichtiger landwirtschaftlicher GemĂŒse-, Obst- und Ackerkulturen.

Der RĂŒckgang des Angebots an BlĂŒtenpflanzen und Kleinstrukturen in der Agrarlandschaft, zum Beispiel durch FlĂ€chenverbrauch, Nutzungsintensivierung und Verbuschung gefĂ€hrdet die Artenvielfalt und BestandsgrĂ¶ĂŸen von Bienen und anderen BestĂ€ubern. Es wird daher angestrebt, den Anteil von Lebens- und RĂŒckzugsrĂ€umen in der Agrarlandschaft, die zur Schonung und Förderung von Nutzorganismen und Nichtzielorganismen wie Bienen beitragen können, zu erhöhen. Landwirte und GĂ€rtner können mit verschiedenen Maßnahmen dazu beitragen, geeignete Lebensbedingungen fĂŒr Insekten wie Bienen zu schaffen und so die Ökosystemdienstleistung „BestĂ€ubung“ auch zukĂŒnftig zu sichern.

Informationen zur Bienenförderung und zum Insektenschutz von Bund und LÀndern

Bienenschutz im Pflanzenschutz

Ein sachgemĂ€ĂŸer Umgang mit Pflanzenschutzmitteln und die BeschrĂ€nkung der Anwendungen auf das notwendige Maß sind wichtige Voraussetzungen, um die Gesundheit von Bienen und anderen BestĂ€ubern zu erhalten. In Deutschland regelt die Bienenschutzverordnung bereits seit ĂŒber 40 Jahren eine bienenschonende Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Die wichtigste Regelung der Bienenschutzverordnung ist, dass bienengefĂ€hrliche Pflanzenschutzmittel nicht auf blĂŒhenden Pflanzen (außer Hopfen und Kartoffeln) oder anderen Pflanzen, wenn diese von Honigbienen beflogen werden, angewendet werden dĂŒrfen.

Im Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln wird die BienengefĂ€hrlichkeit geprĂŒft. Bei Bedarf werden Auflagen festgelegt, um Risiken fĂŒr Honigbienen bei der Anwendung eines Pflanzenschutzmittels zu vermeiden. Diese können unter anderem Anwendungsverbote oder –beschrĂ€nkungen an blĂŒhenden und bienenbeflogenen Pflanzen betreffen, aber auch Vorgaben fĂŒr Tankmischungen von bestimmten Pflanzenschutzmitteln oder die richtige Verwendung von gebeiztem Saatgut.

Themenseite „Bienenschutz bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln“ des Bundesamts fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

Themenseite „Bienenschutz beim Pflanzenschutz beachten“ der Bayerischen Landesanstalt fĂŒr Landwirtschaft

Flyer „Applikation von Pflanzenschutzmitteln am Abend“ der ThĂŒringer Landesanstalt fĂŒr Landwirtschaft

Untersuchungsstelle fĂŒr Bienenvergiftungen

SchĂ€den und Verluste bei Bienenvölkern können viele Ursachen haben. Zu den Aufgaben des Julius KĂŒhn-Instituts (JKI) zĂ€hlt die Untersuchung von Honigbienen auf SchĂ€den durch Pflanzenschutzmittel. Wird vermutet, dass ein Bienenschaden durch Pflanzenschutzmittel verursacht wurde, besteht die Möglichkeit, Proben an die Untersuchungsstelle fĂŒr Bienenvergiftungen des JKI zu schicken. Die Untersuchungen sind fĂŒr die betroffenen Imker gebĂŒhrenfrei. Die Untersuchungsstelle beschreibt auf ihrer Webseite ihre Untersuchungsverfahren und informiert Imker, was im Schadensfall zu beachteten ist.

Zum Wissensportal der Untersuchungsstelle fĂŒr Bienenvergiftungen

Hinweis

Beim Verdacht einer Bienenvergiftung empfiehlt es sich, den örtlichen Pflanzenschutzdienst zu kontaktieren. Dieser unterstĂŒtzt bei der Probenahme und UrsachenaufklĂ€rung.

Kontaktadressen der Pflanzenschutzdienste der LĂ€nder

Die Untersuchung und Auswertung der aus dem gesamten Bundesgebiet gemeldeten BienenschĂ€den durch die Untersuchungsstelle hilft, geeignete praxisnahe Maßnahmen zu finden, mit denen der Bienenschutz weiter verbessert werden kann.

Die „Anzahl der bestĂ€tigten BienenvergiftungsfĂ€lle“ ist einer der Indikatoren, der im Deutschen Pflanzenschutzindex (PIX) des Nationalen Aktionsplans jĂ€hrlich dargestellt wird.

Zum Indikator „Anzahl der bestĂ€tigten BienenvergiftungsfĂ€lle“

Deutsches Bienenmonitoring

Ziel des Langzeitprojekts „Deutsches BienenMonitoring (DeBiMo)“ ist es, die periodisch auftretenden Winterverluste von Bienenvölkern zu klĂ€ren. Im Monitoring werden seit 2004 bundesweit unter anderem RĂŒckstĂ€nde von Pflanzenschutzmitteln im Bienenbrot erfasst. Es liefert dadurch Erkenntnisse und Trends, in welchem Umfang Bienen mit Pflanzenschutzmitteln in Kontakt kommen und ob sich dies auf die Entwicklung der Bienenvölker auswirkt. Dabei werden auch andere mögliche Ursachen fĂŒr Bienenverluste berĂŒcksichtigt.

Die Daten des Monitorings fließen in den NAP-Indikator "Bienenbrotmonitoring" ein.

Weitere Informationen zum Monitoring von Pflanzenschutzmitteln im Bienenbrot