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Integrierter Pflanzenschutz

Grundsätze IPS

Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes

Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes (IPS) nach Richtlinie 2009/128/EG Artikel 14 Absatz 4:

Die Mitgliedstaaten beschreiben in ihren nationalen Aktionsplänen, wie sie sicherstellen, dass alle beruflichen Verwender von Pestiziden die allgemeinen Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes (IPS) gemäß Anhang III spätestens ab dem 1. Januar 2014 anwenden.

Die acht allgemeine Grunds√§tze des IPS nach Richtlinie 2009/128/EG ANHANG III: 

  1. Die Vorbeugung und/oder Bek√§mpfung von Schadorganismen sollte neben anderen Optionen insbesondere wie folgt erreicht oder unterst√ľtzt werden:
    • Fruchtfolge;
    • Anwendung geeigneter Kultivierungsverfahren (zum Beispiel Unkrautbek√§mpfung im abgesetzten Saatbett   vor der Saat/Pflanzung, Aussaattermine und -dichte, Untersaat, konservierende Bodenbearbeitung, Schnitt und Direktsaat);
    • gegebenenfalls Verwendung resistenter/toleranter Sorten und von Standardsaat- und -pflanzgut sowie zertifiziertem Saat- und Pflanzgut;
    • Anwendung ausgewogener D√ľnge-, Kalkungs- und Bew√§sserungs- sowie Drainageverfahren;
    • Vorbeugung gegen die Ausbreitung von Schadorganismen durch Hygienema√ünahmen (zum Beispiel durch regelm√§√üiges Reinigen der Maschinen und Ger√§te);
    • Schutz und F√∂rderung wichtiger Nutzorganismen, zum Beispiel durch geeignete Pflanzenschutzma√ünahmen oder die Nutzung √∂kologischer Infrastrukturen innerhalb und au√üerhalb der Anbau- oder Produktionsfl√§chen.
  2. Nachhaltigen biologischen, physikalischen und anderen nichtchemischen Methoden ist der Vorzug vor chemischen Methoden zu geben, wenn sich mit ihnen ein zufrieden stellendes Ergebnis bei der Bekämpfung von Schädlingen erzielen lässt.
  3. Die eingesetzten Pestizide m√ľssen so weit zielartenspezifisch wie m√∂glich sein und die geringsten Nebenwirkungen auf die menschliche Gesundheit, Nichtzielorganismen und die Umwelt haben.
  4. Der berufliche Verwender sollte die Verwendung von Pestiziden und andere Bek√§mpfungsmethoden auf das notwendige Ma√ü begrenzen (zum Beispiel durch Verringerung der Aufwandmenge, verringerte Anwendungsh√§ufigkeit oder Teilfl√§chenanwendung), wobei er ber√ľcksichtigen muss, dass die H√∂he des Risikos f√ľr die Vegetation akzeptabel sein muss und das Risiko der Entwicklung von Resistenzen in den Schadorganismenpopulationen nicht erh√∂ht werden darf.
  5. Wenn ein Risiko der Resistenz gegen Pflanzenschutzma√ünahmen bekannt ist und der Umfang des Befalls mit Schadorganismen wiederholte Pestizidanwendungen auf die Pflanzen erforderlich macht, sind verf√ľgbare Resistenzvermeidungsstrategien anzuwenden, um die Wirksamkeit der Produkte zu erhalten. Dazu kann die Verwendung verschiedener Pestizide mit unterschiedlichen Wirkungsweisen geh√∂ren.
  6. Der berufliche Verwender muss auf der Grundlage der Aufzeichnungen √ľber Pestizidanwendungen und der √úberwachung von Schadorganismen den Erfolg der angewandten Pflanzenschutzma√ünahmen √ľberpr√ľfen.
  7. Schadorganismen m√ľssen mit geeigneten Methoden und Instrumenten, sofern solche zur Verf√ľgung stehen, √ľberwacht werden. Zu diesen geeigneten Instrumenten sind unter anderem Beobachtungen vor Ort und Systeme f√ľr wissenschaftlich begr√ľndete Warnungen, Voraussagen und Fr√ľhdiagnosen, sofern dies m√∂glich ist, sowie die Einholung von Ratschl√§gen beruflich qualifizierter Berater zu z√§hlen.
  8. Auf der Grundlage der Ergebnisse der √úberwachung muss der berufliche Verwender entscheiden, ob und wann er Pflanzenschutzma√ünahmen anwenden will. Solide und wissenschaftlich begr√ľndete Schwellenwerte sind wesentliche Komponenten der Entscheidungsfindung. Bei der Entscheidung √ľber eine Behandlung gegen Schadorganismen sind wenn m√∂glich die f√ľr die betroffene Region, die spezifischen Gebiete, die Kulturpflanzen und die besonderen klimatischen Bedingungen festgelegten Schwellenwerte zu ber√ľcksichtigen.