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Integrierter Pflanzenschutz

Kupfer als Pflanzenschutzmittel

Kupfer als Pflanzenschutzmittel

Kupfer wird bereits seit √ľber 150 Jahren im Pflanzenschutz in Deutschland angewendet. Auch heute noch haben kupferhaltige Pflanzenschutzmittel eine gro√üe Bedeutung bei der Krankheitsabwehr Falscher Mehltaupilze in Dauerkulturen. Im √Ėkologischen Landbau sind kupferhaltige Pr√§parate nicht selten die einzige M√∂glichkeit, diese Pilzkrankheiten zu regulieren. Im integrierten Anbau werden sie erfolgreich in Fungizidstrategien zur Vermeidung von Resistenzen genutzt.

Als Folgen einer langj√§hrigen Anwendung kupferhaltiger Pr√§parate, insbesondere als Folge hoher Aufwandmengen in der Vergangenheit, werden heute die Kupfer-Anreicherung im Boden sowie die Auswirkung auf Bodenorganismen kritisch diskutiert. Sowohl auf nationaler als auch auf europ√§ischer Ebene sind Prozesse angelaufen mit dem Ziel, k√ľnftig die Kupferanwendung weiter zu minimieren sowie den aktuellen Belastungszustand des Bodens zu erfassen.

Kupferminimierungsstrategie

Den rechtlichen Rahmen hat die EU-Kommission mit der Richtlinie 2009/37/EG vom 23. April 2009 gesetzt, durch die Kupfer in den Anhang I der Richtlinie 91/414/EWG mit einer Frist bis November 2016 aufgenommen wurde. F√ľr die Mitgliedstaaten war damit die Auflage verbunden, Ma√ünahmen zur Reduzierung der Kupferanwendung zu ergreifen.

Vor diesem Hintergrund wurde in Deutschland von den betroffenen Verbänden eine Kupferminimierungsstrategie erarbeitet mit dem Ziel, die derzeit erlaubte jährliche Gesamtmenge an Reinkupfer bei der Anwendung kupferhaltiger Pflanzenschutzmittel von 3 kg/ha (bei Hopfen 4 kg/ha) weiter zu reduzieren.

Strategiepapier zu Kupfer als Pflanzenschutzmittel unter besonderer Ber√ľcksichtigung des √Ėkologischen Landbaus

Fachgespräche "Kupfereinsatz im Pflanzenschutz"

Bereits seit den 1990er Jahren organisieren das Bundesministerium f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft und das Julius K√ľhn-Institut (JKI) j√§hrlich Fachgespr√§che zum Themenkreis "Kupfereinsatz im Pflanzenschutz". Seit 2014 f√ľhrt das JKI in Zusammenarbeit mit den betroffenen Verb√§nden j√§hrlich die Europ√§ische Tagung zu Kupfer als Pflanzenschutzmittel durch. Diese bietet eine Plattform, um sich zur Minimierung des Kupfereinsatzes auszutauschen. Die Ergebnisse werden √ľber das JKI-Themenportal kommuniziert.

Aktueller Stand der Zulassung von kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln

Am 1. Januar 2019 wurden Kupferverbindungen unter den Vorgaben der europ√§ischen Verordnung (EG) 1107/2009 als Pflanzenschutzmittelwirkstoff genehmigt und in den Anhang I der Verordnung aufgenommen. Durch die Einstufung von Kupferverbindungen als Substitutionskandidat erfolgte die Genehmigung vorerst nur f√ľr 5 Jahre. Eine Vorgabe der Genehmigung ist, dass bei der Anwendung von kupferhaltigen Pr√§paraten maximal 28 kg Kupfer je Hektar w√§hrend eines Zeitraums von 7 Jahren ausgebracht werden sollen. Aus diesem Grund m√ľssen weiterhin gro√üe Anstrengungen aller Beteiligten unternommen werden, um Kupfer als Pflanzenschutzmittel zu ersetzen.