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Integrierter Pflanzenschutz

Biologischer Pflanzenschutz

Biologischer Pflanzenschutz

Der Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz verfolgt das Ziel, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf das notwendige Maß zu begrenzen. Biologische Pflanzenschutzverfahren können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.

Der biologische Pflanzenschutz ist ein wesentlicher Baustein des integrierten Pflanzenschutzes. Insbesondere im Obst- und Gem√ľsebau haben sich biologische Verfahren als m√∂gliche Alternativen zur Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel etabliert und ebenso bei der Schlie√üung von Bek√§mpfungsl√ľcken. Im √∂kologischen Landbau spielen biologische Pflanzenschutzverfahren eine besondere Rolle, da hier nur eine begrenzte Anzahl von Pflanzenschutzmitteln anwendbar ist. Viele biologische Pflanzenschutzverfahren weisen eine hohe Selektivit√§t auf.

Brosch√ľre: Statusbericht Biologischer Pflanzenschutz 2018
Dokumenttyp: PDF Dokumentgröße: 1 MB

Brosch√ľre Beschreibung:

Das Julius K√ľhn-Institut (JKI) erhebt in Zusammenarbeit mit den Pflanzenschutzdiensten der L√§nder in regelm√§√üigen Abst√§nden Daten zur Anwendung biologischer Pflanzenschutzverfahren und dokumentiert diese im Statusbericht Biologischer Pflanzenschutz. Der erste Bericht erschien 1995; ab 2013 wurden die Berichte online ver√∂ffentlicht und sind als Download verf√ľgbar.

Verfahren im biologischen Pflanzenschutz

Biologische Pflanzenschutzverfahren beruhen im Wesentlichen auf zwei Kernelementen: Der F√∂rderung oder Anwendung nat√ľrlicher Gegenspieler sowie der Anwendung von Naturstoffen.

F√∂rderung und Anwendung von nat√ľrlichen Gegenspielern

Gegenspieler (Antagonisten) zu Krankheitserregern und Sch√§dlingen k√∂nnen nat√ľrlich vorkommende Mikroorganismen, Viren, Insekten, Milben, Nematoden oder auch Wirbeltiere (zum Beispiel Greifv√∂gel) sein. Durch Schaffung von geeigneten Lebensr√§umen auf und an landwirtschaftlich und gartenbaulich genutzten Fl√§chen k√∂nnen diese Antagonisten gef√∂rdert werden. Nicht immer ist aber eine nat√ľrliche Regulierung m√∂glich oder ausreichend. In diesen F√§llen kann eine Bek√§mpfung von Schadorganismen durch gezielte Ausbringung von Antagonisten m√∂glich sein.

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Anwendung von Naturstoffen

Naturstoffe werden einerseits zur Regulierung von Schaderregern angewendet (naturstoffbasierte Pflanzenschutzmittel wie Kaliseife, Pflanzenöle und Pflanzenextrakte) und andererseits als Pflanzenstärkungsmittel.

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Anwendung von Pheromonen

Zur direkten Regulierung von Schadorganismen werden auch Pheromone eingesetzt. Pheromone sind artspezifisch und ungiftig. Sie werden zum Auffinden von Geschlechtspartnern innerhalb der gleichen Art gebildet.

Die "Verwirrungsmethode" basiert auf der Freisetzung synthetischer Pheromone in hoher Konzentration, so dass beispielsweise Traubenwicklerm√§nnchen orientierungslos werden und nicht zu den Weibchen finden. Die Vermehrung dieses spezifischen Sch√§dlings wird dadurch gehemmt. Zur fr√ľhzeitigen Entdeckung und √úberwachung sch√§dlicher Insekten werden au√üerdem "Pheromonfallen" angewendet.

Gesetzliche Regelungen im biologischen Pflanzenschutz

Mikroorganismen (einschl. Viren), Naturstoffe und Pheromone gelten als Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln gem√§√ü der europ√§ischen Zulassungsverordnung (EG) Nr. 1107/2009, wenn diese gegen Schadorganismen an Pflanzen, Pflanzenteilen oder Pflanzenerzeugnissen eingesetzt werden. Diese biologischen Produkte m√ľssen deshalb als Pflanzenschutzmittel gepr√ľft und zugelassen werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind Pheromone, die ausschlie√ülich in Fallen zur Sch√§dlings√ľberwachung eingesetzt werden. In Deutschland ist das Bundesamt f√ľr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) f√ľr die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zust√§ndig.

Information des BVL zu zugelassenen Pflanzenschutzmitteln

Einzelne Naturstoffe wurden auch als Grundstoffe gem√§√ü Artikel 23 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 eingestuft. Grundstoffe sind solche Stoffe, die nicht in erster Linie f√ľr den Pflanzenschutz verwendet werden, aber dennoch f√ľr den Pflanzenschutz von Nutzen sind. Dies kann zum Beispiel auf Lebensmittel wie Essig zutreffen.

Information des BVL zu Grundstoffen

Tierische N√ľtzlinge, wie zum Beispiel Raubmilben, Schlupfwespen oder entomopathogene Nematoden bed√ľrfen hingegen keiner Zulassung. Jedoch sind Belange des Naturschutzes zu ber√ľcksichtigen. Durch die Anwendung von Nutzorganismen darf keine Gef√§hrdung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt entstehen. Das Ausbringen von nichtheimischen, also gebietsfremden Pflanzen und Tieren in die freie Natur ist deshalb nach ¬ß 40 Absatz 4 Bundesnaturschutz (BNatSchG) eingeschr√§nkt.