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Indikatoren/Forschung

Methode der Berechnung des Risikotrends der angewendeten Pflanzenschutzmittel

Methode der Berechnung des Risikotrends der angewendeten Pflanzenschutzmittel

Als eine Zielstellung des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) ist formuliert:

"Die mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbundenen Risiken und Auswirkungen für die menschliche Gesundheit und den Naturhaushalt sind weiter zu reduzieren. Dazu gehört, dass die Risiken der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln für den Naturhaushalt bis 2023 um 30 % reduziert werden sollen (Basis Mittelwert der Jahre 1996 – 2005)."

Die Risikoberechnung erfolgt mit SYNOPS-Trend auf Basis der Daten zur Inlandabgabe von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen. Für die Berechnung der Risiken werden pro Wirkstoff zunächst alle Anwendungen zusammengestellt, die laut Zulassung für den Wirkstoff in dem betreffenden Jahr erlaubt sind. Danach wird mit Hilfe eines von Gutsche & Roßberg (OECD, 1999) entwickelten Verfahrens die Verkaufsmenge des Wirkstoffes auf diese Anwendungen aufgeteilt und daraus mögliche Anwendungsflächen für die einzelnen Anwendungen berechnet. Diese Aufteilung der Wirkstoffmenge wird durch die Größe der Kulturfläche und durch die Behandlungshäufigkeit des Schadorganismus bestimmt. Die Behandlungshäufigkeit wird mit Hilfe von Erhebungen über die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln bestimmt.

Für jede Anwendung des Wirkstoffes wird dann mit dem Bewertungsmodell SYNOPS-Trend ein Risikoindex für Stellvertreterorganismen

  • im Oberflächengewässer (Algen, Wasserlinse, Wasserflöhe, Fische, Sedimentorganismen),
  • im Boden (Regenwurm und Springschwänze) und
  • in Saumbiotopen (Honigbiene, Raubmilben und Brackwespen) berechnet.

Als hauptsächliche Eintragspfade werden dabei für den Boden der direkte Eintrag unter Berücksichtigung der Interzeption, für Saumbiotope die Abtrift und für Oberflächengewässer (OGW) Abtrift, Run-off und Erosion betrachtet.

Die Risikoindizes der betrachteten Anwendung werden als Quotient der Umweltkonzentration und der Toxizität des Wirkstoffs für die Referenzorganismen ausgegeben. Dabei wird das akute und chronische Risiko betrachtet. Die Toxizität des akuten Risikos (OGW und Saum) wird durch die letale Konzentration (LC50) bzw. letale Dosis (LD50) bzw. letale Rate (LR50) des Wirkstoffs für die Referenzorganismen bestimmt und die des chronischen Risikos (OGW und Boden) durch die No-Effect-Konzentration (NOEC).

Die so berechneten anwendungsspezifischen Risikoindizes werden dann als gewichteter Mittelwert für je drei Jahre zusammengefasst. Dafür werden je Anwendung die berechnete Anwendungsfläche und der Flächenanteil des Umweltszenarios als Gewichtungsfaktor verwendet. Die Verdichtung erfolgt separat für Herbizide, Fungizide und Insektizide, für die Stellvertreterorganismen und die drei Umweltkompartimente.

Für den Basiszeitraum der Trendberechnungen von 1996 bis 2005 (entspricht einem Risikoindex von 100 %) werden ebenfalls die gewichteten Mittelwerte der Risikoindizes für jeden der drei Wirkbereiche berechnet. Die relativen Risikoindizes werden als Prozentwert, bezogen auf den Risikoindex des Basiszeitraums, dargestellt.